Bei uns hat sich der August heute nochmals von seiner besten Seite gezeigt, die Sonne schien den ganzen Tag, die Temperaturen waren angenehm, 27° das ist gut auszuhalten.
Meine Rabatte ist nach dem Regen nochmal schön aufgeblüht. Den Lavendel schneide ich immer nach der Blüte ab, dann gibt es nochmal ein paar frische Blüten, die die Bienen gerne anfliegen.
Ein wenig Sommer haben wir ja noch, den brauchen die Winzer auch noch dringend für die Lese.
Es wird fleißig gearbeitet, ob mit Vollernter oder...
.....von Hand, es hat mir immer Spass gemacht. Früher waren das immer aufregende Wochen, das ganze Dorf war in Aufruhr. Kaum war es morgens hell, ratterten die Bolldogs in die Reben und jede Hand wurde gebraucht. Berufstätige Menschen hoben sich immer ein paar Urlaubstage für die Lese auf. Es wurde, wird immer noch, nach Sorten und Gruppen eingeteilt, es gibt zwei Herbstgruppen, jeder weiß wann er dran ist und welche Sorte geerntet wird. Regnete es ungünstigerweise, dann mußte der ganze Plan verschoben werden und die, die extra den Tag frei genommen haben, mußten auch verschieben, was nicht immer so einfach ging. Am Abend gab es dann lange Schlangen von Bulldogs, die in der Winzergenossenschaft ablieferten, das dauerte, geduldig sassen die Winzer auf den Sitzen, unterhielten sich und wurden von den Frauen mit Abendbrot versorgt. Ich kann mich noch gut besinnen, wenn die Traktoren vor unserem Haus standen, dann ging es noch 3 Stunden bis sie dran waren und endlich abladen und Feierabend machen konnten.
So sieht Handarbeit aus, es hatte an diesem Tag noch ganz zum Schluß geregnet, nicht so angenehm.
Heute kommen diese Ungetüme zum Einsatz, sie sind schneller und letztlich auch billiger, klingt seltsam, ist aber so. Früher hat die ganze Familie und Nachbarn geholfen zusätzlich noch die Erntehelfer aus dem Osten, die wollten auch gut bezahlt werden. Heute können die Vollernter schon sehr früh morgens beginnen, sie können mit ihren Scheinwerfern gut die Reben beleuchten und durch die Reihen fahren. Sie fahren über die Reben, nehmen die Rebenreihe zwischen die Räder, man kann es oben sehen und es wird geschüttelt, die reifen Traubn fallen auf ein Förderband, die Blätter werden vom Gebläse aussortiert und die Trauben in die Trotte abgeladen, alles wird degital gesteuert, ich bin ganz begeistert gewesen, als ich das gesehen habe. Der Vollernter muß jeden Tag ganz sorgfältig gesäubert werden, es dürfen keine Reste irgendwo zurückbleiben, alles gründlich ölen und schmieren, man hat mir erzählt, dass der ganze Prozess 2-3 Stunden dauert und immer in der Nacht gewartet wird. Dafür darf die Putzkolonne natürlich bis zum Mittagessen schlafen. Ist die Lese geschafft, dann wird gefeiert.
Die eingebrachte Ernte wird dann mit einem Umzug durchs Dorf gebührend gefeiert, das ganze Dorf ist auf den Beinen und viele, viele Gäste. Das wird es in wenigen Wochen wieder geben, ich freue mich schon darauf.
Liebe Edith,
AntwortenLöschensolche Traditionen finde ich sehr schön. Auch bei uns hat der August noch einmal sein Beste gegeben. Morgen soll es aber auch noch warm werden.
Liebe Grüße
Jutta