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entdeckt habe ich einige Fotos von einem Elsassbesuch im Sommer. Da es
so richtig fies draussen war, war es drinnen besonders angenehm.
Bei unserem Besuch im Ecco-Musee fielen mir besonders die Bilder von
"Hansi", einem Maler aus dem Elsass auf. Er verstand es in besonderer
Weise seinen Unmut über die Deutschen auszudrücken.
Am 23.02.1873 wurde er in Colmar, unter dem Namen Jean-Jacques Waltz,
geboren, seit 1871 war das Elsass von Deutschland besetzt, nachdem
Deutschland den Krieg gewonnen hatte.
Sein Vater war sehr geschichtsinteressiert, das färbte sich auf den
Kleinen ab, schon mit 10 Jahren entdeckte er besondere Begabung in der
Malerei und war in der Lage, auf Grund seines kritischen Geistes, seine
Ablehnung gegen die Besatzer auszudrücken. Er war gezwungen die
"Reichsschule" zu besuchen, in der man versuchte, den Schülern "
kaiserlich-deutsche Disziplin" bezubringen.
Besonders in dieser Veröffentlichung, gelang es ihm, die Deutschen aufs
Korn zu nehmen. Er besuchte die Kunstakademie in Lyon, wurde zunächst
Technischer Zeichner in der Textilindustrie, aber seine Leidenschaft
galt der Darstellung seines geliebten Elsass.
Er gewährt einen Einblick in jene Zeit, da ging man geordnet in die Kirche, sein Gesangbuch unterm Arm und ohne Krach zu machen.
In die Schule ebenfalls pünktlich und auf dem schnellsten Wege, man
beachte die schöne Tracht die für Jungen und Mädchen üblich waren, mir
gefallen schon allein deswegen seine Bilder.
Und am Nachmittag da spielte man draussen, die älteren Kinder haben auf
die jüngeren Kinder aufgepasst, sogar die Gänse waren mit einbezogen,
Idylle pur.
Bis dann 1941 die Idylle zerstört wurde und auch im Elsass wieder die
Frage der Identität auftrat: Wo gehören wir hin? Es gab ja ein ständiges
Hin und Her einmal Frankreich, einmal Deutschland und die Elsässer
wurden in Deutsche Uniformen gesteckt, ohne wenn und aber. Es hat lange
gedauert bis zwischen den Völkern das Misstrauen verschwunden ist. Heute
gibt es einen regen Grenzverkehr, einfach übern Rhein bei Breisach und
schon ist man drüben. Ich fahre manchmal einfach mit Rad übern Rhein in
die kleinen Dörfer, man glaubt sich oft in Zeit "Hansis" versetzt, ich
finde es toll.,
Ein Zusatz sei erlaubt, das anmutend lustige Kinderlied:" Der Hans im Schnoogeloch der weiß nicht was er will. Was er hat das will er nicht und was er will das kriegt er nicht, der Hans im...." Es drückt die Gefühle der Elsässer sehr deutlich aus, hin und her gerissen. Bei einer Spazierfahrt durch ein kleines Elssäser Dorf, stand an einer Mauer: " Unsere Sproch verreckt.."Gemeint war der Dialekt im Elsass, nur wenige Menschen sprechen den Dialekt, ich mag ihn gerne.