............den aussergewöhnlichen Hund Balou, ein Bernhadiner Sennhund. Er gehörte meiner Winzerfamilie, denen ich , als ich noch fit war, jedes Jahr bei den Rebarbeiten geholfen habe.
Jeder Tag begann etwa so, Balou sass schon lange im Auto, vorsichtshalber sozu sagen, denn, man könnte ihn ja vergessen. Die Erntehelfer gingen nämlich schon immer sehr früh ins Feld und öffeneten extra für Balou den VW Bus. Als er noch ein Hundebaby war, da traute er sich nicht ins Auto, ich habe ihn dann immer hineingetragen und mich mit ihm auf den Boden gesetzt, dort fühlte er sich wohl, zusammen mit mir. Er mußte mit ins Feld, weil er nicht alleine im Haus bleiben konnte, er bekam ein schattiges Plätzchen auf einer Decke zugewiesen, immer etwas Wasser im Napf und hin und wieder Leckerlis, besonders dann, wenn wir einen Imbiss nahmen.
Mit der Zeit wurde er natürlich immer größer und selbstständiger, er beanspruchte einen Fensterplatz für sich. Der jüngste Sohn des Hauses machte sich immer einen Spass daraus, wenn wir halten mußten und ein Auto neben uns stand, nahm er die Pfote von Balou und winkte den Leuten zu, die waren immer ganz verduzt und wir haben herzlich lachen müssen.
Angekommen im Feld, machte Balou erst einmal eine Bodenprobe, vielleicht gibt es ja irgendwo Trüffel, die gibt es tatsächlich auch unter den Reben, man muss nur wissen wo, er wußte es nicht und saute sich dabei kräftig ein.
Und nun?? Wer wäscht mich wieder sauber? Wer wohl, Edith hat sich immer erbarmt, zuerst kräftig mit Gras abgerieben, dann mit einem Tuch nachgeholfen und ich mußte in der Sonne liegen, damit alles trocknet, danach gebürstet. Bürsten hatten wir immer dabei, weil, so ein großer Hund hinterlässt viel Haare und die können im Feld überall rumfliegen und die Vögel können damit ihre Nester damit auspolstern.
Zwischendurch habe ich schon mal Grillholz zusammen getragen, Herrchen nahm immer gerne Rebholz, deren Glut sollte sich besonders gut zum Grillen eignen.
Schön war es immer, wenn der Enkel mit dabei war. Wir sassen oft zusammen an den Rebrainen und überlegten uns Spiele, hier wollen wir testen, wer schneller den hohen Rain runterrutscht. Die Ergebnisse waren immer unterschiedlich, gab es nur Löss, so war ich Sieger, war Gras dazwischen war der Enkel schneller, aber wieder den Rain auf, war immer ich der Sieger.Heute ist dieser Enkel der Juniorchef im Betrieb, sie haben sich spezialisiert auf Maschinen in allen Bereichen des Weinbaus, und haben einen Lohnbetrieb gegründet, der den anderen Winzern mit ihren Spezialmaschinen die Arbeit erleichtern. Im Weinbau läuft auch nicht alles rund, der Absatz geht zurück und Deutschland wird von Billigweinen aus dem Ausland überrannt.
Zwischendurch mußte ich auch immer mal schauen, ob der Trupp noch schafft, da fehlt doch jemand?? Ach klar, Pippi machen müssen die Menschen ja auch mal, ich habe mich taktvoll wieder umgedreht.
Dann, im Herbst, da war ich schwer im Einsatz, ich mußte die leeren Eimer an alle verteilen, da mußte ich flott sein.
Na, was ist los? Hier steht schon alles bereit, wo bleibt ihr?? Die Mittagsessenspause mußte ja sein, die wurde schon mal ein wenig überzogen, es gab ja auch leckere Sachen, es roch, hmmm ich bekam auch immer etwas ab, ich hatte da so meine Leute, was glaubt ihr wer? Natürlich der Enkel, der Chef und selbstverständlich Edith, da konnte ich immer sicher damit rechnen.
Nach getaner Arbeit gehts wieder heim, ich war natürlich wieder der Erste im Auto, die anderen unterhielten sich noch, tranken noch etwas, aber dann endlich ging es los, ich war froh, denn so ein Lesetag ist eine anstrengende Sache, ich wollte in meine Hütte und wollte schlafen.
Der Höhepunkt eines Winzerjahres ist dann natürlich das Erntefest mit dem tollen Erntealtar.
Ich darf da nicht mit, weil Hunde dürfen nicht in die Kirche und wenn sie noch so lieb sind wie ich.
Beim Transport der Erntekrone durfte ich schon mal mit, das war schon ein schönes Gefühl.
Nach dem Erntedankgottesdienst gibt es immer einen riesigen Herbstausklangs Umzug, da durfte ich auch schon mal gucken, eigentlich müßte ich ja auch mitlaufen dürfen, denn ich war das ganze Jahr dabei. Das waren meine schönsten Erinnerungen an meinen Freund Balou.