Sonntag, 22. Juli 2018

Norden Teil 2

Heute möchte ich ein Stückchen mehr von unserem Kurzurlaub im Norden berichten. Es  war dort oben genauso heiß wie hier und Regen wäre genauso nötig gewesen, ich habe deshalb nicht allzuviel unternommen, es war mir schlicht zu heiß, die Hitze schafft mich einfach.
Unser Dorf Golzwarden gehörte zur Grafschaft Oldenburg und dort regierte der Graf Anton Günther, in fast jedem Ort gibt es deshalb eine "Anton-Günther-Strasse" meine Schwester wohnt auch in einer.
Oldenburg ist nicht nur wegen seines schönen Schlosses ein Begriff, sondern auch ganz besonders wegen seinem Schlosspark mit den Rhododendron- Bäumen, ja ihr habt richtig gelesen, es sind Bäume. Natürlich war die Blüte vorbei, aber beim Durchlaufen kann man etwas von der Schönheit erahnen.


Kleiner Eindruck vom Schloss, man war am Restaurieren deswegen nur eine Teilansicht wegen der Gerüste.

Schiefe Türme gibt es überall, nicht nur in Pisa, könnte man denken, aber an der Schräge ist die Fotografin schuld. Dies ist die Sicht vom Schlosspark auf eine der Stadtkirchen.

Dieser "Draufgänger" so heißt der Kerl, mutet sich zu, die Hunte mit einem Schritt zu überspringen. Ich erwähnte ja schon im ersten Post, die Hunte ist ein Fluß, der in Elsfleht in die Weser mündet, darauf nachher noch etwas mehr.
Zunächst auf ein ganz anderes Thema was mich sehr bewegt hat. Wir besuchten das dortige Landesmuseeum, im Teil:" Moorlandschaften" wurde ich wieder in meine Kinderzeit hinein versetzt.

 Hier hat man versucht, so eine Moorschicht zu verdeutlichen, oben Moorpflanzen, darunter eine lockere Moorschicht, die man auch als Torfmoor zum Düngen bis heute immer noch kaufen kann. Aber auch anderen Zwecken diente diese lockere Schicht, zum Einstreu in die Ställe. Drunter dann der eigentliche Torf zum Brennen, auch "Schwarzes Gold" genannt.

Um an dieses "Gold" zu kommen waren viele mühsame Handarbeiten notwendig. Mein Vater war einer der diese Mühe auf sich nahm, damit wir es im Winter kuschelig warm hatten, wir waren ja Flüchtlinge und ständig knapp bei Kasse. Ich bin sehr oft mit ihm gefahren, 12 Kilometer hin und 12 Kilometer zurück, Räder ohne Gangschaltung und auf holprigen Klinkerstrassen. Zum Stechen gab es spezielle Spaten, jedes Torfstück wurde einzeln gestochen, weitergereicht nach oben , um dort in kleinen Häufchen aufgetürmt zu werden, das war dann mein Part. Im Sommer mußten wir dann nochmal dorthin fahren, um die Stücke zu wenden, was innen war wurde nach aussen gebracht, mit anderen Worten, jedesmal wieder neue Türmchen bauen. Im Herbst ging es dann mit geliehenem Fuhrwerk ins Moor, um die Ausbeute nach Hause zu holen, Knochenarbeit, besonders für meinen Vater und meine Mutter, der Lohn? Eine warme Wohnung.

Von Nahem sieht die Torfstruktur in etwa so aus, je schwärzer die Beschaffenheit, desto mehr glich die Masse einem Stück Brikett, hatte auch fast die gleiche Brenndauer.

Was mich aber wieder sehr berührte, war die Geschichte mit den Moorsoldaten. Ich weiß nicht wie bekannt dieses Strafgefangenenlager nach 1933 war. Es gibt ein Lied über dieses Lager und nennt sich: "Wir sind die Moorsoldaten und ziehen mit dem Spaten ins Moor" Was so bisschen nach Urlaub klingt, war traurige Realität. Dieses spezielle Lager, das in diesem Lied besungen wird, befand sich im Emserland und nannte sich "Boergermoor"  liegt in der Nähe von Papenburg, wo heute die Luxusschiffe gebaut werden. Man hatte das Lager als Strafgefangenenlager bezeichnet, um Konzentrationslager zu beschönigen. Einer der bekannteten Gefangenen war Carl von Ossietzky, nachdem die Uni in Oldenburg, nach hartem Widerstand, benannt wurde. Sucht mal nach dem Lied im Internet, mich hat es sehr berührt und wenn man die Gegend ein wenig kennt, kann man sich das Elend der Männer gut vorstellen, die Melodie trifft genau die Gefühle, die damals in den Gefangene sicherlich anzutreffen war.

Um das Grauen des Moores noch ein wenig zu stärken, hier eine echte Moorleiche, die Haare verfärben sich alle in Rot, sagte man uns. Annette von Droste -Hülsdorf  hat das Image des Moores in ihren Gedichten weit mit geprägt, ganz so grausam ist es dann aber doch nicht. Eine Vielzahl von Flora und Fauna gibt es nur dort und idyllische Ecken mit alten  "Katen" kann man immer noch bewundern:

Ein Schafstall zeigt es schon, Schafe weiden das spärliche Grün ab, es diente sicher den Hirten auch als Schlafstätte.

Den letzten Abend verbrachten wir an der Hunte in Elsfleth bei einem leckeren Essen im "Panorama-Blick" mit Blick auf den kleinen Hafen. Nach dem Essen war ein Spaziergang angesagt. Der führte uns fast bis dort, wo die Hunte in die Weser fließt. Eine besondere Brücke bot sich unseren Augen:

Eine Fussgänger und Radfahrerbrücke, sie wird jede Stunde einmal kurz geöffnet, um den Radfahrern und Fußgängern die Möglichkeit zu bieten, über die Hunte zu kommen, dann klappt sie wieder hoch, wie zu sehen, um die Schiffe passieren zu lassen.


Das war schon sehr lustig, wie die Leute dann flugs die Seiten gewechselt haben, es war ein schöner Abschluss unseres Aufenthaltes.
Die Rückfahrt per Bahn war der reinste Horrer, aber davon ein andermal.









Freitag, 20. Juli 2018

Mein kleines Dorf

Heute möchte ich mein kleines Dorf vorstellen, wir sind dort 1947 hinbeordert worden, die ganze Schulzeit über habe ich dort gewohnt, es heißt Golzwarden, ist nun in die größere Stadt Brake an der Unterweser eingegliedert worden.
Das auffälligste Gebäude in unserem Ort ist die wunderbare alte Kirche:

 Foto:Wikipedia
Sie wurde 1263 erbaut und diente gleichzeitig als Schutzraum wenn es Sturmfluten gab. Sie steht auf einer "Wurt" also erhöht, man kann sie von überall gut sehen. Zunächst war sie eine katholische Kirche, der Innenraum wurde etliche Male umgebaut, nun ist sie evangelisch, heißt aber immer noch St. Bartholomäus Kirche.

Hier ein Eindruck von den alten Backsteinen, sicherlich von Hand gemacht und nun schon so alt und immer noch stabil.



Über diese Treppe verliess und bestieg der Pfarrer die Kanzel, die Treppe ist, glaube ich, noch im Original, betreten möchte ich sie allerdings nicht mehr.


Das Fenster ist natürlich neu aber naturgetreu nachgearbeitet. Um die Kirche herum befindet sich der Friedhof, der eine sehr interessante Geschichte hat. Weil das Grundwasser so hoch steht, hatte man früher zum Teil "Gruften" gemauert, Keller ausgeputzt, um dort die Toten zu bestatten, ganze Familien wurden dort hineingebettet, bis in die Gegenwart teilweise noch so.
Aber der Höhepunkt in der Kirche ist eine Arp Schnitger Orgel, Orgelkenner werden aufhorchen, so ein kleines Nest mit so einer berühmten Orgel, wie das.

Foto:Wikipedia
Arp Schnitger wurde im Nachbarort, Schmalenfleth, geboren. Er war ein sehr berühmter Orgelbauer seiner Zeit. Aus Liebe zu seinem Heimatort, baute er diese schöne Orgel, sie hat einen sehr angenehmen Klang.

Foto:Wikipedia
Ihm zu Ehren hat man in seinem Geburtsort ein Denkmal gesetzt, sie sind mächtig stolz auf ihn und jedes Kind kann die Geschichte dieses Mannes erzählen.
Früher mußte man sogar noch den Blasebalg treten, meistens der Küfer, oftmals sein Sohn und hin und wieder mein Vater. Ich hatte es auch mal probiert, aber mir ist schnell die Puste ausgegangen, man mußte sehr gleichmäßig und im Rhytmus treten, heute ist alles elektronisch, logo.

Noch so ein Kuriosium war der Glockenturm, weil die Glocken so schwer waren, mußte ein eigener Turm her, der immer noch steht, ganz schief nach links geneigt, auf dem Foto kommt es nicht so deutlich raus. Zwei Glocken mußten ebenfalls von Hand geläutet werden, das war ebenfalls richtige Muckiarbeit. Wenn eine Person zu leicht war, dann wurde sie immer ein Stückchen mit hochgezogen, ein lustiges Bild. Auch da mußten oft die Konfirmanden mithelfen, denen bereitete es große Freude, wir Mädchen durften nicht mit ran.


Gegenüber von der Kirche stand unsere Schule, zwei Klassenräume für 8 Klassen. Jedes Klassenzimmer hatte 4 Fenster und das größere Fenster war die Tür auf den Schulhof, Ein-und Ausgang. Heute kann man sich so einen Unterricht mit 4 Jahrgängen in einem Klassenraum nicht vorstellen, aber es hat geklappt. Oftmals habe ich mit einem Ohr zugehört  was die anderen so lernen sollten. Die Kleinen bekamen "Stille Arbeit" dennoch bekam man auch schon z.T. den anderen Stoff mit, was später von Vorteil war.
Später wurde eine neue Schule gebaut, in der ich noch ein ganzes Jahr gegangen bin.
Die alte Schule wurde als Wohnraum ausgebaut und meine Familie hat viele Jahre dort gewohnt
Inzwischen hat sich das Dorf vergrößert und dementsprechend verändert, mache Ecken kenne ich nicht mehr wieder. Auch das von mir so geliebte Storchennest gibt es nicht mehr, aber dafür 4 neue Nester








Donnerstag, 19. Juli 2018

Bin wieder an Land......

..... in heimischen Gefilden. Nur ein kurzer Gruß soll es werden, es war sehr schön.
Das Wetter spitze kein Unterschied zwischen Norden und Süden auch dort oben über 30° das will etwas heißen.

So wunderbar sah es jeden Tag aus, hier ein kleiner Hafen an der Hunte, dieser Fluss fließt in die Weser.

Nochmal die Hunte, aber in Stadt Oldenburg, der kleine Stadthafen. Es wird zum Thema Hunte noch einiges mehr an Info geben, wenn ich die Fotos sortiert habe. Dies nur so vorab.

Freitag, 13. Juli 2018

" Wo de Nordseewellen.....

.... trekken an den Strand..... "  jo, da wollen wir für ein paar Tage hinfahren. Eine kleine Luftveränderung wird uns gut tun, ein kleines Fest steht an.

Damit ihr so in etwa eine Ahnung bekommt wohin wir fahren, in die Wesermarsch, genau gesagt nach Brake, das ist leider auf dem Abschnitt nicht mehr drauf, etwas unterhalb von Nordenham, das kann man lesen.


Da freu ich mich schon, auf weites Land, Ebbe und Flut.



 Auf Fischkutter die mit ihrem Fang, hauptsächlich Krabben, an Land kommen.


Auf das Geschrei der Möven, die ewig hungrig sind. Mit dem Wetter werden wir ja wohl Glück haben so wie es sich anhört.


Ein Fischbrötchen direkt am Meer, das werden wir uns auch noch gönnen, das sind so die Vorfreuden.
Natürlich hoffe ich auf eine gute Fotoausbeute, euch allen eine gute Zeit und Tschüss.

Jo, un vielleicht vertell ik ok en beten " Seemannsgarn" mal kieken wat sich do moken lässt.








Donnerstag, 12. Juli 2018

Urlaubsstimmung am Rhein

Man muss nicht immer soo weit wegfahren, manchmal reicht es schon einfach über den Rhein zu fahren.

Man wird gleich bemerkt und freundlich begrüßt:" Hallo du, hast du was mitgebracht?"

Natürlich bleibt man nicht unbemerkt und ums rumgucken waren sie da, sämtliche Schwäne bestimmt so um die 50 Stück.

Immer mehr und noch mehr kamen angeschwommen, es wurde langsam bedrohlich, sie erwarteten Futter, so waren sie es gewöhnt, aber ich hatte nichts dabei und bin auch eigentlich gegen das Füttern mit altem Brot.

So zogen sie dann enttäuscht wieder ab, interessant ist es schon auf elsässchischer Seite, dort sind sie in Massen anzutreffen, der Grund, die Elsässer füttern sie. Die Bäcker heben das Brot, was nicht am Tag verkauft wird auf und rüstige Rentner holen es in Säcken ab und kommen an den Rhein, um zu füttern.

Auf elsässchischer Seite ist der Rhein sowieso uriger, nicht so verbaut. In Breisach, das liegt gegenüber, legen die Flusskreuzfahrt-Schiffe an und Massen von Menschen werden entlassen, stürzen sich auf die bereitgestellten Busse und werden in die Landschaft gekarrt, da muss allen eben und glatt verlaufen, allen Breisachern gefällt es auch nicht, das kleine Städtchen erstickt fast am Tourismus, einen Cafeplatz zu bekommen, ist ein reines Lotteriespiel, der Rubel muss halt rollen....

Ich fahre deswegen sehr gerne auf die andere Seite, ein paar Stunden dort verweilen ist wie ein Urlaubstag und umweltfreundlich zu erreichen. Nette Gespräche entwickeln sich auch mit den Elsässern, ich liebe ihren Dialekt.


Mittwoch, 11. Juli 2018

Bevor ich ans Mittagessen .......

..... kochen ging, war ich noch schnell im Garten Abfall wegbringen (Kompost) da sah ich sieh:

Diese knallgelbe Krabbenspinne/ Misumena vatia sitzend,  na worauf wohl?? Auf der Wilden Möhre.
Sie sass dort tatsächlich so lange, bis ich die Kamera geholt hatte, danke kleine Spinne.

Noch etwas Gelbes war dort, dieser Schwefelkäfer/Cteniopus flavus, Lieblingsplatz: Wilde Möhre.

Als Kontrast zum Gelb, ein völlig anderes Bild, eine Biene eifrig auf der Wegwarte suchend nach Pollen, schaut euch mal die Ausbeute  an den Hinterbeinen an. Wie schnell die sich in der Blüte bewegte, ich hatte alle Mühe überhaupt ein Foto hinzubekommen, so das mußte ich schnell zeigen, nun gehts ans Kochen.



Dienstag, 10. Juli 2018

Der hat keinen.......

..... Sonnenbrand, wie man vielleicht vermuten könnte, nee der sieht immer so bunt aus:

Sein Name: Nachtigall Grashüpfer/Chorthippus biguttulus er sass in meinem Garten und wartete förmlich darauf ins Bild gesetzt zu werden.

Weil der Sommer so schön bunt ist, hier noch ein Landkärtchen/Araschnia levana, ich muss gestehen, ich habe ein wenig gemogelt, es ist noch die Frühjahrsgeneration, die Sommerausgabe ist nicht ganz so bunt:

Was nicht heißen soll, die sind nicht so hübsch bunt, eben anders bunt.

Eine nicht alltägliche Besucherin auf Wilder Möhre, ist die Totenkopfschwebfliege, sie fällt gleich auf auf der blassen Möhre mit dem  Gestreiften Outfit.

Wenn man auf Rot sitzt, dann ist man unübersehbar, wie dieser Gefleckte Schmalbock/Strangalia maculata, hier stattet er einer Rose einen kurzen Besuch ab.

Eine Baumwanze muss nicht unbedingt auf Bäumen rumklettern, oft sitzt sie in der niedrigen Vegetation und dann ist die Zeit der Fotografen, man kommt an sie ran. Ich habe hier die Eurydema ornatum einfangen können, sie kann auch ganz in Rot daher kommen.

Zum Schluss nochmal ein besonders schöner "Sommervogel" der Distelfalter/Vanessa cardui zudem hat er auch noch so einen schönen Namen: Vanessa, in neuerer Version auch: Cynthia cardui genannt.
Bei uns ist es von der Temperatur heute sehr angenehm, bis jetzt, mal schauen was noch kommt. Einen schönen Tag allen Lesern.